Am Donnerstag hat meine Eintracht im Hinspiel des Europapokals mit 1:1 gegen Chelsea London gewonnen. Ich sehe nur selten Fußball live, doch dieses Halbfinale war mir die Zeit mal wert. Da ich als Vollblut-Netzwerker schon lange nicht mehr zwischen privat und beruflich unterscheide, konnte und wollte ich von den Businessgedanken in meinem Kopf nicht abschalten. Auf den zweiten Blick haben Fußball und Business Netzwerken viel gemeinsam.

Beginnen wir mit dem Torhüter. Kevin Trapp hat mehrere Glanzparaden gezeigt und zählte zu den besten Spielern der Partie. Und was hat er getan, nachdem er den Ball gehalten hat? Hat er versucht von seinem Strafraum aus mit langen Distanzbällen selber Tore zu schießen? Oder ist er losgelaufen und mit dem Ball aufs gegnerische Tor zugestürmt? Natürlich nicht.

Die Mannschaft spielt zusammen und hat nur dadurch Erfolg. Genauso ist es beim Netzwerken. Alleine Vertrieb zu machen geht, aber ist mühselig. Zusammen geht es sehr viel leichter. Doch was bedeutet „zusammen“?

Haben sich letztes Jahr einfach mal 11 Jungs zusammengetan und sagten sich „wir machen dann mal eine Mannschaft und werden DFB-Pokalsieger“?  Natürlich nicht.

Eine Fußballmannschaft besteht aus Torwart, Abwehr, Mittelfeld und Sturm. Irgendwann in der Jugend eines Spielers entscheidet sein Trainer, für welche Rolle seine Spieler am besten qualifiziert sind und dann wird die optimale Aufstellung gebildet, wo jeder Spezialist an seinem Platz ist. Wie ist das bei Deinem Netzwerk-Team?

Hast Du Dir genau überlegt, welche Experten Du um Dich herum am besten gebrauchen kannst oder bist Du einfach lose im Verbund mit ein paar Unternehmern die Du irgendwann irgendwie kennengelernt hast? Würde es vielleicht Sinn ergeben sich erstmal Gedanken zu machen, wer die Schlüsselpositionen um Dich herum sind?

Nun denke ich zurück an meine eigene aktive Karriere – auf dem Bolzplatz im Ruhrgebiet mit Freunden und zwei Kisten Bier. Wir wussten mit unseren 16-17 Jahren schon ganz gut, ob wir hinten oder vorne besser aufgehoben sind. Worüber wir uns jedoch nie Gedanken gemacht haben, war eine Strategie. Für Anfänger, die etwas nur aus Spaß tun, ist das auch nicht zwingend notwendig. Doch mit dieser Einstellung gewinnt man ganz bestimmt keinen DFB-Pokal. Richtige Profis kennen viele unterschiedliche Strategien und wissen, in welcher Situation welche Strategie am besten passt. Welche Netzwerkstrategie funktioniert für Dich am besten?

Mit dieser Frage eröffne ich gerne Firmentrainings und blicke dann in fragende Gesichter. Manch einer sagt, dass er sich bemühe, viel für andere zu tun und erwartet dann auch viel zurückzubekommen. Schön. Das ist bestenfalls eine halbe Netzwerkstrategie – eigentlich eher sogar eine Grundregel. Es gibt 7 verschiedene Strategien, auf die man sich spezialisieren kann oder diese sogar kombiniert. Hier liegt der Unterschied zwischen den Anfängern auf dem Bolzplatz und den Profis.

Kommen wir damit zum Mittelfeld. Oftmals wird hier das Spiel entschieden. Entgegen den lahmen Partien, die ich meistens sehen muss, wenn ich alle Jubeljahre selbst im Stadion bin, gab es Donnerstag von beiden Seiten schnelles Kurzpass-Spiel. So kam der Ball immer wieder bis vor die Tore und es war ein spannendes und gelungenes Spiel. Doch jetzt stelle ich mir vor, ein Spieler hätte die Denkweise von Kindern auf dem Bolzplatz.

„Nee, ich geb den Ball jetzt nicht an den Mittelstürmer. Ich mag den nicht. Und der Rechtsaußen hat mir nicht zum Geburtstag gratuliert. Deswegen bin ich beleidigt. Der Linksaußen hat eine andere politische Meinung als ich und ist deswegen auch doof. Also spiele ich den Ball zurück zum Torwart. Der ist nett. Den mag ich.“ Olé Olé Olé. Doch so albern das klingt, so nah ist es an der Wirklichkeit.

Bei der Erweiterung meines Netzwerkes bin ich immer glücklich, wenn ich Spezialisten kennenlerne. Solche Menschen finde ich spannend und sie stehen mit anderen Netzwerkpartnern nicht im Wettbewerb. Dabei ist einem der eine mehr und der andere weniger sympathisch. Ganz normal. Doch was mache ich nun, wenn ich jemanden kennenlerne, der einen Experten aus meinem Netzwerk braucht? Ich vermittle ihm den für ihn bestmöglichen Kontakt. Ja was denn sonst? Denken wir mal das Gegenteil weiter:

Du fragst mich zum Beispiel nach einem Anwalt für Arbeitsrecht. Der eine ist ein privater Kumpel, mit dem ich super Spaß haben kann, doch er verliert jeden Fall. Der andere ist der Experte auf seinem Gebiet, doch so wirklich stimmt die Chemie zwischen uns nicht. Was denkst Du, was ich tue? Natürlich stelle ich meine Befindlichkeiten zurück und empfehle Dir den für Dich besten Kontakt. Ansonsten würde ich Dein Vertrauen in mich missbrauchen.

Ich habe Unternehmer empfohlen, die mir sogar ausgesprochen unsympathisch sind. Was verliere ich dabei? Entweder trage ich damit einer Verbesserung des Verhältnisses bei oder sonst habe ich zumindest für die andere Person etwas Gutes getan. Neulich habe ich sogar einen Coach empfohlen, den ich wegen einer offenen Rechnung ans Inkasso übergeben habe. Nein, ich mag diesen Menschen nicht mehr, doch er macht eine gute Dienstleistung, die für jemand anderen gut passt und im besten Fall komme ich dadurch sogar schneller zu meinem Geld. Eine andere Sache dagegen verzeihe ich überhaupt nicht:

Schlechte Leistung. Was passiert im Fußball, wenn die Leistung von einem Spieler oder Trainer nicht mehr genügt? Er wird ausgewechselt. Gerd Müller ist der erfolgreichste deutsche Torschütze aller Zeiten, doch ich habe ihn seit 40 Jahren nicht mehr in der Bundesliga spielen sehen. Und auch wenn ein Lothar Matthäus wohl gerne noch mit 90 Jahren samt Rollator in der Nationalelf spielen wollte, ist seine aktive Zeit vorbei. So sehe ich es auch beim Netzwerken.

Diese eine Sache, kannst Du von all Deinen Partnern erwarten: Engagement. Wer schlechte Arbeit für Deine Kontakte macht oder sich um Deine Empfehlungen nicht kümmert oder sich nicht um Dich kümmert und Dir keine Empfehlungen bringt, der steigt in die zweite Mannschaft ab. Niemand ist gezwungen mit Dir zusammenzuarbeiten. Entweder bringt jemand die Motivation mit oder passt nicht in Dein Profi Team. Im Gegensatz zum körperlich anstrengenden Leistungssport hat es beim Netzwerken jedoch jeder selbst in Hand.

Wie sieht der Wochenablauf eines Profi-Fußballers wohl aus? Ich habe bei Christiano Ronaldo zwar keine Kamera installiert, doch ich bin mir ziemlich sicher, dass er zwischen zwei Pflichtspielen nicht die ganze Woche auf dem Sofa rumschimmelt und Dschungelcamp schaut. Nein, das Spiel ist nur die Kür. Der Grund für die großen Erfolge ist das regelmäßige Training. Auch beim Netzwerken fällt der Erfolg nicht vom Himmel, sondern ist das Ergebnis einer guten Vorbereitung.

Für uns bedeutet das die Schärfung des eigenen Profils, den eigenen Zielkunden genau zu kennen und Gesprächspartner mit Nutzenargumenten und Visionen zu begeistern. Ein Weltklasseprofi trainiert 5-mal die Woche. Wie oft trainierst Du Dich im Monat?

Christiano Ronaldo mag gegenwärtig der beste Fußballer der Welt sein. Und trotzdem hat er einen Trainer. Auf den ersten Blick erscheint paradox, dass dieser Trainer nicht so gut Fußball spielen kann, wie der Star selbst. Doch er hat das richtige Auge und zeigt ihm, wie er die beste Version von sich selbst sein kann.

Wenn ich einen neuen MasterMindClub starte, sage ich das am Anfang: „Nach diesem Jahr ist jeder ein besserer Netzwerker als ich. Denn ich kann Euch alle Techniken und Strategien zeigen, die Ihr für Euren Erfolg benötigt. Doch als Autist fehlt mir von Geburt an die Empathie, die im zwischenmenschlichen natürlich wichtig ist. Ich kann diese auch nicht lernen, doch Ihr habt sie schon und wenn ihr die mit meinen Techniken kombiniert, seid Ihr besser als ich.“ Unter einer Voraussetzung:

Komm ins Handeln. Du hast eines Tages mal eine gute Entscheidung getroffen, indem Du Dich für die einfachste, angenehmste und ethischste Form des Vertriebs entschieden hast: Das Netzwerken. Und die Tatsache, dass Du bis hierhin gelesen hast, zeigt, dass Du es auch ernst nimmst. Herzlichen Glückwunsch dazu. Wie erfolgreich Du wirkst, hängt nun davon ab, wie gut Du ins Handeln kommst. Willst Du Profi sein oder zumindest Amateur? Dann setze um, was Du in diesem Artikel gelesen hast:

  • Entwickle eine passende Netzwerk-Strategie
  • Prüfe, wer die richtigen Partner für Dein Netzwerk-Team sind
  • Achte dabei auf Kompetenz und Engagement
  • Lass Dich nicht von Chamäleons blenden, die nett quatschen, doch Dich im Regen stehen lassen, wenn es darauf ankommt
  • Trainiere Dich selbst und bilde Dich weiter

Hilfestellungen dazu findest Du in der Empfehlungsformel „100 Techniken wie Du Dein Netzwerk aktivierst“.

Brauchst Du neue Kontakte? Dann komm auf die Empfehlungsexplosion, die wohl interaktivste Netzwerkveranstaltung, die es überhaupt gibt.

Möchtest Du eine Abkürzung und mit anderen Unternehmern gemeinsam zum Netzwerkprofi werden? Dann bewirb Dich für den MasterMindClub